19. März 2026
Meine bisherige Berufliche Laufbahn
In diesem Blog möchte ich ein bisschen über meinen beruflichen Weg erzählen – über das, was war, was sich verändert hat und was man unterwegs so erlebt. Keine großen Erfolgsgeschichten, sondern eher die kleinen Stationen. Sagen wir: es war nicht ganz so geradlinig.
Meine Ausbildung zum Verkäufer habe ich im August 2009 begonnen – bei Edeka Reichelt.
Ein klassischer Start ins Berufsleben, würde man sagen. Nach meiner erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung bei Edeka Reichelt hatte ich erstmal genug von Lebensmitteln – zumindest beruflich.
Ich landete dann im Zoofachhandel und habe damit gewissermaßen die Seiten gewechselt: von „Erzeugnisse von Tieren“ zu „Produkte für Tiere“. Ein logischer Karriereschritt, wenn man so will. Der Laden hieß damals Zoo & Co – ein eher exklusives Konzept, ganze drei Standorte in Berlin. Zwei Jahre später wurde das Ganze dann umgeflaggt zu: Das Futterhaus. Klang größer, war am Ende aber derselbe Laden – nur mit neuen Produkten, neuem Design, neuen Arbeitsklamotten und einem süßen, gelben Hund im Logo, der mich irgendwie an Pluto erinnerte. Warum genau, weiß ich bis heute nicht – aber Vertrauen hat er trotzdem ausgestrahlt.
Was ich am Zoofachhandel immer sehr geschätzt habe – und was im Vergleich zum Lebensmitteleinzelhandel deutlich angenehmer war – waren die vielen Stammkunden. Mit manchen war man irgendwann per Du, kannte sich beim Vornamen. Und man wusste oft schon genau: Wenn diese Person den Laden betritt, wird sie gleich zu denselben Produkten greifen. An der Kasse gab es dann meistens noch ein kurzes Gespräch – nichts Großes, aber genug, um den Alltag ein bisschen persönlicher zu machen.
Insgesamt war ich ganze sieben Jahre im Zoofachhandel – die letzten zwei davon durfte ich mich als kommissarischer Filialleiter ausprobieren. Zur gleichen Zeit begann auch die Corona-Phase – mit Lockdowns, Maskenpflicht und all dem, was man rückblickend nicht unbedingt vermisst. Für mich hat diese Zeit den Einzelhandel ziemlich unerträglich gemacht: Engpässe, Preiserhöhungen, die man den Kunden kaum noch rechtfertigen konnte – und entsprechend viel Frust auf beiden Seiten.
Verständlich, aber auf Dauer einfach anstrengend. Dazu kam, dass wir die Maskenpflicht durchsetzen mussten. Das bedeutete nicht nur Diskussionen, sondern leider auch immer wieder Beleidigungen und Anfeindungen von Kunden. Nicht die Regel – aber oft genug, um hängen zu bleiben. Also entschied ich mich, die Branche komplett zu wechseln.
Ich landete in einer Branche, vor der viele Menschen – und ich selbst – grundsätzlich schon mit einem unguten Gefühl stehen: einer Zahnarztpraxis. Dort arbeitete ich an der Rezeption – empfing Patienten, betreute sie während der Wartezeit und kümmerte mich um alles, was am Empfang eben so anfällt: Chipkarten einlesen, Rezepte ausstellen, Termine koordinieren… und gelegentlich auch ein bisschen Seelsorge für Menschen mit ausgeprägter Angst vor dem, was hinter der nächsten Tür passiert. Nach etwa zehn Monaten verließ ich die Zahnarztpraxis wieder.
Also wechselte ich erneut komplett die Branche und landete in der Reinigung – genauer gesagt bei der DB Service am Berliner Hauptbahnhof. Die Reinigung des Berliner Hauptbahnhofs war auf ihre eigene Art spannend.
Nicht unbedingt wegen der Tätigkeit an sich – Müll bleibt Müll, und ein Goldbarren taucht dabei eher selten auf. Aber während ich mit meinem Putzwagen über meine zugewiesene Ebene unterwegs war, konnte ich das ganze Geschehen um mich herum beobachten.
Umsteigende Fahrgäste, Touristen, Straßenmusiker vor den Ausgängen, Geschäftsleute, die telefonierend und mit schnellen Schritten zum Bahnsteig eilten, und obdachlose Menschen, die vergeblich versuchten, ein paar Cent zu bekommen – und unzählige weitere kleine Szenen, die sich ständig wiederholten.
Manchmal war das so faszinierend, dass ich einfach kurz stehen blieb und alles auf mich wirken ließ. Das Ganze hielt ich ziemlich genau vier Wochen durch. Aufgrund der hygienischen Zustände am Berliner Hauptbahnhof wurde mir relativ schnell klar, dass das einfach nicht mein Ding ist – sagen wir mal so: Ich habe meine persönliche Komfortzone dort sehr schnell kennengelernt.
PS: Auf die genauen Gründe meiner Jobwechsel gehe ich hier bewusst nicht ein.
Manches gehört einfach nicht öffentlich ins Internet.
